Über Volume11
Über den Wert der derzeit inflationär betriebenen Talentshows lässt sich streiten. Sicher ist: dieser Trend ist ein klares Indiz dafür, wie groß das Interesse am Musikmachen ist – quer durch alle sozialen Schichten und Altersgruppen. Allerdings steht die (nicht nur) hieraus abzuleitende gesellschaftliche Bedeutung von Musik in einem krassen Missverhältnis zur vorhandenen Infrastruktur für Musiker. Allzu oft dienen feuchte Keller oder marode, unbeheizte Uraltbauten am Stadtrand als Proberäume. Durch eine Anfang 2010 von uns durchgeführte Online-Umfrage mit über 150 teilnehmenden Musikern und Bands aus Dresden konnten wir empirisch bestätigen, welche Dringlichkeit das Thema hat.
Der Befund verschärft sich, wenn man den Vergleich wagt mit anderen weit verbreiteten musischen Tätigkeiten, wie z.B. dem Sport: Wie viele hübsch dekorierte Fitness-Center, wie viele gut ausgestattete Schwimmbäder, wie viele öffentliche Fußballplätze prägen unser Stadtbild? – Dass die musikalische Infrastruktur in Sachsen demgegenüber erheblichen Aufholbedarf hat, ist auf politischer Seite durchaus schon länger bekannt (vgl. hierzu z.B. den Kulturwirtschaftbericht des Landes Sachsen 2008 oder auch die Forderung der Linksjugend Dresden). Leider bleibt politisches Engagement für die Sache weitgehend aus, was angesichts der wirtschaftlichen Stärke der Kreativwirtschaft nicht nur ideeller, sondern eben auch auch ökonomischer Unsinn ist (vgl. das Monitoring zur Kreativwirtschaft des BMWI. Download pdf, 1,3 MB).
Inspiriert von ähnlichen Projekten in anderen deutschen und europäischen Großstädten, startete Volume11 im Februar 2011 als Versuch, dem konstatierten Mangel durch eine innovative unternehmerische Lösung zu begegnen: Gut ausgestattete Proberäume stehen über ein Online-Buchungssystem genau dann zur Verfügung, wenn man sie braucht. Mittlerweile wurde und wird Volume11 von mehreren hundert Nutzern und Nutzergruppen frequentiert. Damit haben wir nicht nur einen lebhaften Ort geschaffen, an dem Musiker sich ihrer Leidenschaft widmen können. Vielmehr hat sich damit unsere Überzeugung, dass sich ein ideeller Wert wie “Musikmachen” auch ökonomisch in Form eines unabhängigen Wirtschaftsunternehmens erfolgreich darstellen lässt, klar bestätigt. Und ganz nebenbei ist die von Volume11 geleistete Revitalisierung des alten Post-Gebäudes in der Löbtauer Straße definitiv ein gutes Beispiel für die immensen stadtplanerischen Potentiale alternativer Raumnutzungskonzepte der Kreativwirtschaft.
Wir möchten unser Programm kontinuierlich erweitern und verbessern. Wenn Ihr Anregungen oder Verbesserungsvorschläge habt, schreibt uns eine Nachricht oder nutzt das anonymisiserte Feedback-Formular in der Kopfleiste.


